Die Ausstellung „totgeschwiegen“, 1933–1945 zur Geschichte der Wittenauer Heilstätten (ab 1957 Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik) zeigt beispielhaft das Schicksal von psychisch kranken und geistig behinderten Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie d

Die Ausstellung „totgeschwiegen“, 1933–1945 zur Geschichte der Wittenauer Heilstätten (ab 1957 Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik) zeigt beispielhaft das Schicksal von psychisch kranken und geistig behinderten Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie dokumentiert, wie die Klinik in die Durchführung des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ und in die „Euthanasie“-Verbrechen einbezogen war. Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge e. V. zeigte 2005 die beeindruckende Dokumentation im Museum Kesselhaus. Bereits 1988 versuchten Mitarbeiter die Ausstellung nach Herzberge zu holen; die politischen Verhältnisse ließen die Präsentation einer im westlichen Berlin konzipierten Ausstellung in Ost-Berlin aber nicht zu. Dabei waren beide Kliniken bis 1945 fachlich eng verbunden. Ob auch in Herzberge Übergriffe und Verbrechen durchgeführt wurden, muss noch erforscht werden. „Die Ausstellung ist für uns der Ausgangspunkt, uns mit unserer eigenen Geschichte auseinanderzusetzen“, so Prof. Dr. Albert Dieffenbacher, Chefarzt der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie am KEH, zur Eröffnung im Mai 2005. Begleitet wurde die Ausstellung von mehreren Vorträgen.